Martin et al. 1983

Martin, U., Neue, H.-U., Scharpenseel, H.-W., Becker, P. M. (1983): Anaerobe Zersetzung von Reisstroh in einem gefluteten Reisboden auf den Philippinen. Mitteilgn. Dtsch. Bodenkundl. Gesellsch. 38 : 245–250

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Abstract:

Der hier beschriebene weltweit erste Feldversuch zum anaeroben Abbau von 14C-markiertem Pflanzenmaterial unter tropischen Klimabedingungen wurde im Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) in Manila, Philippinen, durchgeführt. Dabei wurde das Stroh von zuvor in einer Klimakammer herangezogenen und damit allseitig markierten Reispflanzen der Sorte IR 36 in einer Tiefe von 5-10 cm in den Boden, ein Tropaquept, in PVC-Rohren von 50 cm Länge und 20 cm Durchmesser eingebracht, die im überfluteten Feld eingelassen wurden. Über Saugkerzen in den Tiefen 0-5, 5-10, 10-15 und 15-20 cm wurden regelmäßig Proben der Bodenlösung gezogen und die Aktivität und Menge des gelösten Kohlenstoffs sowie der Gase CO2 und Methan bestimmt. Alle drei Monate wurden Bodenproben aus den gleichen Tiefen entnommen und gleichermaßen analysiert. Nach 3 Monaten fanden wir 74% der insgesamt abgebauten Aktivität im Methan und 26% in CO2. Die Zwischenstufen der Abbauprozesse akkumulieren sich bis zur zweiten Woche nach Versuchsbeginn in der Bodenlösung, ihre Aktivität fällt danach zunächst schnell, nach 6 Wochen langsamer ab. Sie verteilt sich sehr schnell von der Einbringungstiefe des markierten Strohs in 5-10 cm sowohl nach oben als auch nach unten. Nach 3 Monaten sind nur noch 54% des eingebrachten Strohs vorhanden, der Anteil sinkt bis zum Ende des ersten Jahres auf 10%. Somit konnte gezeigt werden, dass im Unterschied zum gemäßigten Klima unter tropischen Bedingungen der anaerobe Abbau ebenso schnell wie der aerobe Abbau stattfindet.

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